ANGELA SCHWANK: CIRREN
Cirren widmet sich in Fotografien und Zeichnungen dem natürlichen Formenreichtum hoher Eiswolken und der anthropogenen Überformung ihres Erscheinungsbildes. Das Thema handelt in einer Mischform unterschiedlicher Weltperspektiven von der Geschichte, Gegenwart und Zukunft des sichtbaren Himmels.
Cirren sind durchscheinend zarte Wolken von vielfältiger Gestalt, die aus feinen Eiskristallen bestehen. Meteorologisch zur selben Wolkengattung zählen Kondensstreifen, die in hohen Luftschichten Wolkenbänder aus Eiskristallen bilden. Mit der natürlichen Cirruswolkenbildung ist die durch Flugzeuge induzierte Wolkenbildung konkurrierend. Kondensstreifen und aus Kondensstreifen hervorgehende Wolken überlagern sich nicht einfach der natürlichen Hintergrundbewölkung, sie treten bei starkem Luftverkehr vielmehr an deren Stelle.
Die Wolkenfotografien und Zeichnungen sind Negativbilder. Aufnahmen entstanden in Wien und Umgebung und in Holland bei stark reduziertem, zeitweise fast stillgelegtem Flugverkehr 2020/21 während der Coronapandemie und bei hohem Flugverkehrsaufkommen 2019.
Angela Schwank, geb. 1967 in Deutschland, studierte Physik und Philosophie und lebt seit 1996 in Wien. Sie ist als freischaffende Künstlerin mit Schwerpunkt in der Malerei tätig (geometrische Abstraktion) sowie in kuratorischen Projekten, u.a. im Bereich der künstlerischen Fotografie und an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Anregungen für das aktuelle Künstlerbuch „Cirren“ gab die Beschäftigung mit astronomischen Nebelfleck-Zeichnungen des 19. Jahrhunderts bei der Konzeption der Ausstellung „Nightwatch“ (NHM, FotoWien 2019 / BBAW 2020). Zunächst entstanden zeichnerische Studien von Cirruswolken, gefolgt von einem fotografischen Projekt, das in der Arbeit an dem Buch mündete.
Das Buch Cirren ist in der AnzenbergerEdition erschienen und im www.anzenbergergallery-bookshop.com als Buch mit Print erhältlich.
